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Arbeitsübersetzung der DBK zum neuen Direktorium für die Katechese

ich bin mir nicht bewusst, ob die inklusiven Aspekte schon in früheren Papieren zur Katechese enthalten waren. Aber es würde sicher lohnen, die Impulse aufzugreifen: Menschen mit Behinderungen als Katecheten, Inklusionskultur gegen die Logik der Ausgrenzung usw.

6. KATECHESE FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN

269. Die Fürsorge der Kirche für Menschen mit Behinderungen entspringt dem Handeln Gottes. Gemäß dem Prinzip der Menschwerdung des Gottessohnes, der sich in jeder menschlichen Situation gegenwärtig macht, erkennt die Kirche in Menschen mit Behinderungen den Ruf zum Glauben und zu einem guten und sinnerfüllten Leben an. Das Thema Behinderung ist für die Evangelisierung und christliche Bildung von großer Bedeutung. Die Gemeinschaften sind gerufen, sich nicht nur um die Schwächsten zu kümmern, sondern die Gegenwart Jesu zu erkennen, die sich in ihnen auf besondere Weise manifestiert. Dies „erfordert zweifache Aufmerksamkeit: das Bewusstsein um die Möglichkeit der Glaubenserziehung von Menschen mit – auch schwerer und schwerster – Behinderung; und den Willen, ihn als aktives Subjekt in der Gemeinschaft, in der er lebt, zu betrachten“236. Auf kultureller Ebene ist leider eine oft narzisstische und utilitaristische Lebensauffassung verbreitet, die den vielgestaltigen menschlichen und spirituellen Reichtum von Menschen mit Behinderungen nicht erfasst und dabei vergisst, dass die Verletzlichkeit zum Wesen des Menschen gehört und ihn nicht daran hindert, glücklich zu sein und sich selbst zu verwirklichen.237

270. Menschen mit Behinderungen sind eine Chance für die kirchliche Gemeinschaft zu wachsen, die durch deren Anwesenheit herausgefordert ist, kulturelle Vorurteile zu überwinden. Behinderung kann in der Tat zu Verlegenheit führen, weil sie die Schwierigkeit deutlich macht, Andersartigkeit zu akzeptieren, insbesondere, wenn sie von Dauerhaftigkeit gekennzeichnet ist, kann Behinderung auch Angst erzeugen, weil sie auf die radikale Verwundbarkeit eines jeden verweist, die im Leiden und schließlich im Tod besteht. Gerade weil Menschen mit Behinderungen Zeugen für die wesentlichen Wahrheiten des menschlichen Lebens sind, müssen sie als großes Geschenk angenommen werden. Durch ihre Gegenwart bereichert, entsteht in der Gemeinschaft ein größeres Bewusstsein für das heilbringende Mysterium des Kreuzes Christi, und im Erleben von gegenseitiger Annahme und Solidarität in den Beziehungen wird sie zum Spender guten Lebens und zu einem Ruf für die Welt. Die Katechese soll daher den Getauften helfen, das Geheimnis des menschlichen Schmerzes im Licht von Christi Tod und Auferstehung zu deuten.

271. Aufgabe der Ortskirchen ist es, sich innerhalb ihrer katechetischen Wege für die Annahme und normale Anwesenheit von Menschen mit Behinderungen zu öffnen und sich durch eine Inklusionskultur gegen die Logik der Ausgrenzung einzusetzen. Menschen mit geistigen Behinderungen erleben ihre Beziehung zu Gott als unmittelbar intuitiv, und so ist es notwendig und ihrer Würde angemessen, sie in ihrem Glaubensleben zu begleiten. Dies verlangt von den Katecheten, nach neuen Wegen der Kommunikation und passenderen Methoden zu suchen, um die Begegnung mit Jesus zu fördern. Daher erweist sich eine von Erfahrung geprägte Dynamik und Sprache als hilfreich, die alle fünf Sinne sowie narrative Wege einbezieht und in der Lage ist, alle Betreffenden persönlich und bedeutungsvoll einzubeziehen. Es ist gut, dass einige Katecheten fachlich für diesen Dienst ausgebildet werden. Katecheten sollen auch den Familien von Menschen mit Behinderungen nahe sein, indem sie sie begleiten und ihre volle Einbeziehung in die Gemeinschaft fördern. Die Offenheit für das Leben dieser Familien ist ein Zeugnis, das großen Respekt und Bewunderung verdient.

272. Menschen mit Behinderungen sind, auch wenn sie gravierende Beeinträchtigung aufweisen, zur

Fülle des sakramentalen Lebens gerufen. Die Sakramente sind Gaben Gottes, und Liturgie muss gelebt werden, noch bevor sie rational verstanden wird: Niemand kann daher Menschen mit Behinderungen die Sakramente verweigern. Eine Gemeinschaft, die es versteht, die Schönheit und Freude des Glaubens zu entdecken, zu der diese Brüder und Schwestern fähig sind, wird reicher. Daher ist die pastorale Inklusion und Einbeziehung in die Liturgie insbesondere an Sonntagen wichtig. 239 Menschen mit Behinderungen können die hohe Dimension des Glaubens verwirklichen, die sakramentales Leben, Gebet und Verkündigung des Wortes einschließt. Sie sind daher nicht nur Adressaten der Katechese, sondern Protagonisten der Evangelisierung. Es ist wünschenswert, dass sie selbst Katecheten sein können und durch ihr Zeugnis den Glauben wirksamer vermitteln.

 

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